Das war der 20. Österreichische Biomassetag

Der 20. Österreichische Biomassetag fand am 14. und 15. November 2017 in Windischgarsten statt. Das Motto der Veranstaltung war dieses Jahr „Sektorkopplung und Flexibilisierung“.

In einer Reihe von Vorträgen wurde die Bedeutung der Biomasse für die Energieerzeugung und die Wende hin zu erneuerbaren Energien betont. Die Vorstellung von erfolgreichen internationalen Beispielen der Biomassenutzung und neuen technischen Entwicklungen rundete das Programm ab.

Der diesjährige Biomassetag hat sehr eindrücklich gezeigt, wie groß die Bedeutung der Sektorkopplung ist. Bisher wurden Wärmeerzeugung, Stromproduktion und Mobilität unabhängig voneinander betrachtet. In Zukunft müssen diese System ineinandergreifend gesehen werden. Neben der traditionellen Erzeugung von Wärme aus Biomasse gewinnt die Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an Bedeutung. Diese Stromerzeugung ist dringend notwendig, um Österreich unabhängig von Energieimporten zu machen. Außerdem werden dadurch die Vorteile einer dezentralen, regionalen Produktion, die bei der Wärmeerzeugung schon lange bekannt sind und genutzt werden, auch für die Stromproduktion verfügbar.

Wenn wir dem Klimawandel entgegenwirken und unsere CO2-Ziele einhalten wollen, ist die Energiewende unabdingbar. Gerade in Österreich mit seinem hohen Waldanteil, der traditionell starken Forst- und Holzwirtschaft und der etablierten Nutzung von Holz zur Wärmeerzeugung bietet sich ein enormes Potential für Ökostrom aus Biomasse. Dieses Potential muss genutzt werden, denn wer Ökostrom abdreht, dreht Atromstrom auf!

Die IG Holzkraft gratuliert dem Österreichischen Biomasse-Verband zur gelungenen Veranstaltung. Wir freuen uns schon auf den nächsten Biomassetag!

Alle Infos zum diesjährigen Biomassetag und die Vorträge zum Download finden Sie hier.

 

Liebe Grüße von Ihrer IG Holzkraft!

 

 

 

 

 

Bildquelle: Viennamotion KG / Krisztian Juhasz

Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf!

Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fester Biomasse leisten heute in Österreich bereits einen sehr wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung. 20 % des gesamten eingespeisten Ökostroms werden aus fester Biomasse (größtenteils Holz) erzeugt, das sind ungefähr 3 % des gesamten jährlichen Strombedarfs in Österreich.

Über 130 Holzkraftwerke mit einer Engpassleistung von 314 MW sind in Österreich aktuell in Betrieb. Diese Anlagen speisen jährlich 2 Mrd. kWh elektrische Energie ins Stromnetz ein und decken damit den Strombedarf von 600.000 Haushalten. Durch den hohen Anteil an Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) werden jedes Jahr zusätzlich 4,5 Mrd. kWh Wärme in regionale Nah- und Fernwärmenetze eingespeist. Damit sind die Holzkraftwerke nicht nur ein wichtiger Ökostromerzeuger, sondern auch ein bedeutender Wärmelieferant und ersetzen jedes Jahr 450 Mio. Liter Heizöl.

Weiterlesen