Beiträge

Ausgabe 11: Rekordblüte

Rekordblüte der heimischen Bäume

Gelbe Staubwolken an Waldrändern sowie ein lästiger Pollenfilm auf Autos und Terrassenmöbeln, die Laune der Natur ist aktuell nicht zu übersehen. Der enorme Pollenflug des Waldes ist keine Besonderheit, jedoch die Intensität der Blüte schon.

Die Samenproduktion der unterschiedlichen Baumarten variieren von Jahr zu Jahr stark und reichen von sehr kleinen Mengen (Fehlmast) bis hin zu Jahren mit sehr großen Samenmengen, einem sogenannten Mastjahr. Diese treten nicht streng regelmäßig auf, jedoch weisen sie eine gewisse artenspezifische Periodizität auf. Die Periodizität der Mastintervalle hat sich in den letzten Jahren sehr stark verkürzt, dass zeigt eine Studie aus Deutschland. Demnach lag das Mastintervall der Fichte im Zeitraum von1839 bis 1987  bei 3.3 – 7.1 Jahren und hat sich seit 1988 auf 2.6 Jahre verkürzt. Eine weitere Studie aus Deutschland kam zu dem Ergebnis, dass sich das jährliche Mastniveau von 1965 bis 2003 bei unterschiedlichen Baumarten erhöht hat. Eine ähnliche Veränderung wird auch aus Schweden gemeldet und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Klimaerwärmung zurückzuführen.

Bäume im Klimastress

Die intensiveren und kürzeren Mastintervalle sind Reaktionen auf die erhöhten Temperaturen durch den Klimawandel. Entscheidend für Mastjahre sind Temperaturanomalien im August, zwei Jahre zuvor unterdurchschnittlich, ein Jahr zuvor überdurchschnittlich. Besonders entscheidend ist ein relativ kurzes Zeitfenster nach dem Blattaustrieb (52-75 Tage) von ca. Mitte Juni bis Anfang Juli. Experten betrachten die Entwicklung der immer kürzeren Mastintervalle mit großer Sorge. Denn Mastjahre stellen für Bäume zusätzlichen Stress dar und die Erholungsphasen der Bäume werden immer kürzer. Durch den energetischen Mehraufwand werden Bäume über die Jahre zusätzlich geschwächt und somit auch anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Im nachfolgenden Link können Sie ein Interview mit Johannes Gepp, den Präsidenten des steirischen Naturschutzbundes zum Thema der Rekord Waldblüte ansehen. (https://orf.at/newsroom/segment/15169549)

Grafische Darstellungen:

Die Argumente:

„Die Mastintervalle sind ein starker Indikator für die Auswirkungen des Klimawandels.“

„Der Wald zeigt nicht nur den Klimawandel auf, er kann auch Teil der Lösung sein.“

„Erneuerbare Energien sind ein wichtiges Instrument gegen den Klimawandel und zur Erholung der heimischen Wälder.“

,,Ein verkürztes Mastintervall schwächt die heimischen Baumarten zusätzlich gegenüber Schädlingen.“

 

Quellen:

Wie geht es unserem Wald? 29 Jahre Walddauerbeobachtung, Institut für angewandte Pflanzenbiologie Schönenbuch, 2013.

Zum Fruktifikationsgeschehen von Eiche und Buche für Bayern in den Jahren 1965 bis 2003, Technische Universität München, Antonius Haane, 2020